Chlorella: chelierende Wirkung gegen Blei

Chlorella vulgaris hat, neben vielen anderen Wirkungen, auch chelierende Eigenschaften auf verschiedene Metalle. So wurde die Mikroalge bereits dazu verwendet, um Metalle wie Blei, Kadmium, Chrom oder Nickel quantitativ aus Wasserproben zu entfernen. Diese Fähigkeit scheint mit dem Vorhandensein von Chloroplasten in der Zellmembran von Chlorella zusammenzuhängen.

Für und Wider der Chelattherapie

Chelattherapie wird zur Zeit bei Schwermetallvergiftungen erfolgreich angewandt, sie soll aber auch andere günstige Wirkungen aufweisen. Andererseits wird auch über unerwünschte Wirkungen berichtet, u.a. durch ihren Mangel an Spezifität, was zur Depletion von Kalzium, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän und Zink führen kann.

Schwermetalle wie Blei haben negative Auswirkungen auf das Immunsystem. Wenn Blei ins Knochenmark gelangt, hemmt es dort die Entwicklung von Vorläuferzellen der Granulozyten bzw. Makrophagen. Wenn es dann zu Infektionen kommt, ist die Immunabwehr erheblich behindert.

Bleientfernung stärkt Immunsystem

Die vorliegende Studie war ein Versuch mit Mäusen, die einerseits gegenüber Blei exponiert und andererseits mit Listeria monocytogenes infiziert wurden. Wenn den Tieren jedoch während oder nach der Bleiexposition ein Extrakt von Chlorella vulgaris verabreicht wurde, wirkte dies der bleibedingten Immunsuppression entgegen. Dies war mit einer dramatischen Reduktion der Bleispiegel im Blut um ca. zwei Drittel im Vergleich zu Tieren, die bleiexponiert waren, aber keinen Chlorella-Extrakt erhalten hatten, assoziiert. Dies gelang allerdings vor allem dann, wenn der Extrakt gleichzeitig mit der Bleiexposition verabreicht wurde. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Schutzwirkung des Chlorella-Extrakts eng mit dem Vorhandensein von Interferon-γ verknüpft ist. Bei Mäusen, denen ein funktionierendes Gen für Interferon-γ fehlte, kam auch keine Schutzwirkung zustanden.

Fazit: Chlorella vulgaris übt eine chelierende Wirkung aus, die dem immunsuppressiven Effekt einer Bleiexposition entgegenwirkt.

nh

Quelle: Queiroz MLS et al., Int Immunopharmacol 2003;3(6):889-900. doi:10.1016/S1567-5769(03)00082-1

(EFSA Claim 1887)